Vom Kindheitstraum zum Forschungsteam

01.03.2019
Unsere Mitarbeiter

Präzise, ehrgeizig und zuverlässig – mit diesen drei Worten beschreibt sich Andrea Heger, leitende Wissenschaftlerin und Teamleiterin bei F&E Plasma. Schon als Kind ging sie Dingen gerne auf den Grund und träumte davon, später einmal Wissenschaftlerin zu werden. Heute leitet sie bei Octapharma F&E Plasma in Wien (Österreich) ein Forschungsteam von 14 Technikern.

Ihre Liebe zur Biologie und ihre Faszination für Neues reichen zurück bis in ihre Grundschulzeit. Früh schätzte sie aber auch die Klarheit der Mathematik. Inspiriert von ihrer Mutter, einer Lehrerin, entwickelte sie sich schnell zu einem regelrechten Mathe-Ass. Andrea Heger wuchs in Subotica auf, einer serbischen Stadt an der Grenze zu Ungarn. Zu Hause wurde Ungarisch gesprochen, in der Schule lernte sie Serbokroatisch und später auch Deutsch und Englisch.

Auf nach Zagreb

Nach dem Abitur machte sie sich umgehend an die Verwirklichung ihrer Pläne. Sie ging ins Ausland und nahm ein naturwissenschaftliches Studium auf. Andrea Heger verfügt, ebenso wie die Protagonistin in ihrem Lieblingsfilm ,,Erin Brockovich“, über eine angeborene Neugier. Der entscheidende Impuls für ihr Studium aber kam von ihrer Mutter.

Meine Mutter hat mich ermutigt, die medizinische Richtung einzuschlagen. Sie hat mich während meiner gesamten Ausbildung unterstützt und motiviert.

Aber nicht nur ihre Mutter, auch berühmte Wissenschaftler, wie Marie Curie, inspirierten sie zu ihrem Studium der Medizinischen Biochemie.

Nach ihrem Masterabschluss im Fach Medizinische Biochemie an der pharmazeutischen Fakultät der Universität Zagreb sammelte Andrea Heger erste Berufserfahrungen als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universitätsklinik Zagreb, wo sie in wechselndem Turnus in den Abteilungen Biochemie, Hämatologie und Mikrobiologie tätig war. In der Universitätsklinik musste sie noch viel lernen. ,,Ich habe in meinen Forschungsprojekten erkannt, dass Erfolg auf gewissenhafter Arbeit und Ausdauer beruht. Und wer sich nicht ständig weiterentwickelt, verliert den Anschluss.“

Um ihr Wissen noch weiter zu vertiefen, beschloss sie, in Österreich, an der Karl-Franzens-Universität Graz, in Pharmazie zu promovieren. ,,Nachdem ich meinen Doktor gemacht hatte, arbeitete ich als Postdoktorandin in der biochemischen Fakultät der Technischen Universität Graz und sammelte dort wertvolle Laborerfahrungen“, erinnert sie sich.

Andrea is Teamleiterin im Bereich Plasma F&E in Wien
Voller Zuversicht in die Zukunft

Heute lebt und arbeitet Andrea Heger in Wien und bedauert nicht eine ihrer Entscheidungen. ,,Ich denke, ich habe viel meiner positiven Grundeinstellung zu verdanken. Zwar bin ich eine ziemlich ruhige und umgängliche Person, aber ich liebe echte Herausforderungen“, erläutert die wintersport- und reisebegeisterte Wissenschaftlerin.

Mit viel Einsatz, Hartnäckigkeit und vor allem Vertrauen in sich selbst und in ihr Wissen nahm Andrea Heger alle Hürden. ,,In verschiedenen Ländern zu leben, neue Sprachen zu lernen und sich der jeweiligen Kultur anzupassen, ist nicht immer ganz einfach – vor allem, wenn Eltern, Verwandte und Freunde weit weg sind. Aber gerade das hat mich auch immer dazu motiviert, weiterzumachen“, fügt sie hinzu.

Erste Schritte in der Pharmabereiche

Nach einigen Jahren an der biochemischen Fakultät der Technischen Universität Graz erkannte Andrea Heger, dass sie als Wissenschaftlerin in der Pharmabranche tätig sein wollte.

Der wissenschaftliche Bereich bietet einfach mehr Herausforderungen. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass man mit Wissenschaft wirklich etwas Gutes bewirken und anderen Menschen helfen kann.

Im Jahr 2000 trat Andrea Heger ihre Stelle als Wissenschaftlerin im F&E-Team von Octapharma Wien an. ,,Damals habe ich teilweise noch selbst im Labor gearbeitet“, erinnert sie sich. ,,Später wurde ich dann leitende Wissenschaftlerin für das im Solvent-Detergent-Verfahren hergestellte gepoolte Plasmaprodukt octaplas ® und übernahm immer mehr Verantwortungsbereiche.“ Mit zunehmender Verantwortung sah sich Andrea Heger aber auch mit immer mehr Fragen konfrontiert. ,,Bei bestimmten Projekten wurden zahlreiche Überprüfungen durchgeführt und ich musste dann immer erklären, warum wir bestimmte Dinge so und nicht anders machen. Das war richtig gut, denn so habe ich vieles sehr viel schneller gelernt."

Andrea leitet ein Team von 14 Technikern

Vor Kurzem wurde Andrea Heger zur Teamleiterin befördert und führt nun ein Team von 14 Technikern. In der Teamführung baut die Wissenschaftlerin auf Ausgewogenheit im Team, Zuverlässigkeit und Engagement. Andrea Heger ist auch überzeugt, dass eine erfolgreiche Wissenschaftlerin mehr braucht als nur wissenschaftliche Kompetenz. Sie sollte aufgeschlossen sein, präzise arbeiten und gut zuhören können. ,,Ich bin bei meiner Arbeit zwar überaus penibel und präzise, aber ich kann anderen auch gut zuhören und freue mich immer, wenn ich jemandem helfen kann“, so Heger über sich selbst.

Jederzeit bereit zu helfen

,,Ich liebe meine Arbeit, weil sie so vielseitig und abwechslungsreich ist“, erläutert Heger mit Blick auf ihre Laufbahn bei Octapharma. ,,Es ist einfach schön, wenn man seine täglichen Aufgaben gerne erledigt, solide wissenschaftliche Arbeit leistet und anderen helfen kann. Als leitende Wissenschaftlerin entwickle ich gemeinsam mit meinem Team innerhalb der F&E-Abteilung neue Produkte und Prozesse und optimiere bestehende Abläufe. Das wiederum bereitet den Weg für neue Anwendungen und die nötigen Verbesserungen für die Sicherheit von Produkten und Therapien.“

Durch die Einführung eines neuen, speziellen Schritts zur Entfernung von Prionen trug Andrea Heger erfolgreich zur Entwicklung von octaplas®LG bei, einem octaplas®-Produkt der zweiten Generation. Octaplas®LG enthält über 1.000 Proteine, die allesamt eine wichtige Rolle für die Plasmanutzung spielen und deshalb während der Produktion geschützt werden müssen. Dies war für die Wissenschaftlerin eine große Herausforderung, aber auch einer der stolzesten Momente ihrer Laufbahn.

In der Forschung muss man stets einige Schritte vorausdenken. Deshalb war ich natürlich begeistert, als die FDA, die Lebensmittelüberwachungs- und Arzneimittelbehörde der USA, unseren Standorten in Wien und Stockholm die Zulassung für octaplas®LG erteilte.

Andrea Heger hat ein hohes Arbeitspensum. Neben ihren täglichen Aufgaben arbeitet sie an verschiedenen Studien und Veröffentlichungen zu octaplas®LG und stellt ihre Ergebnisse auf wichtigen Wissenschaftskongressen vor.

Aktuell arbeitet sie an zwei Neuentwicklungen für octaplas®LG. Beide Projekte befinden sich in der präklinischen Phase, haben hohe Priorität und streben eine Verbesserung der Behandlung in der Intensivmedizin und in Notfallsituationen an. ,,Mein Job kann zwar gelegentlich ziemlich anspruchsvoll sein, aber letztlich dient alles, was ich tue, dem Wohl des Patienten – und das ist für mich der höchste Lohn.“

Die jüngsten Herausforderungen von Andrea und ihrem Team konzentrieren sich darauf, zwei neue Entwicklungen für unsere gepoolten Plasmaprodukte zu entwickeln.
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