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Blut und Plasma - Ein besonderer Saft

Was ist Blut?

 

Was ist Plasma?

 

 

Was ist Blut?

Blut gilt als eigenständiges Organ mit lebenden Zellen und besitzt wie jedes andere Organ spezifische Funktionen. Blut kann nur vom Körper selbst produziert werden und ist nicht künstlich herstellbar.
Unsere Menge an Blut beträgt etwa acht Prozent des Körpergewichts. Dies entspricht bei Erwachsenen in etwa fünf bis sechs Liter.
Das Blut übernimmt vor allem die Aufgabe eines komplexen Transport- und Logistiksystems: Es liefert gleichzeitig lebensnotwendige Rohstoffe wie Sauerstoff, Nährstoffe und Eiweiße an die Organe, aber auch Energie in Form von Zucker und Fetten. Dabei enthalten 100 ml Blut so viele Kalorien wie eine Tafel Schokolade. Aber auch Reparaturmaterial wird schnell zur Verfügung gestellt, wie z. B. Gerinnungsstoffe, die ein entstandenes „Leck“ sofort an Ort und Stelle abdichten. Weiterhin transportiert es Immunzellen, die ständig nach Eindringlingen (Bakterien oder Viren) suchen und diese eliminieren. Auch die körpereigene Abfallentsorgung ist organisiert: Kohlendioxid oder giftige Stoffwechselprodukte werden zuverlässig abtransportiert. Für diese komplexen Funktionen des Blutes sind verschiedene Blutbestandteile verantwortlich.
Die Blutzellen stellen ca. 45 % des Blutvolumens. Sie bestehen aus den roten Blutkörperchen (Erythrozyten), den weißen Blutkörperchen (Leukozyten) und den Blutplättchen (Thrombozyten). Jeden Tag werden im Knochenmark ca. 250 Milliarden rote und 15 Milliarden weiße Blutzellen sowie ca. 500 Milliarden Blutplättchen neu gebildet.
Grundsätzlich unterscheidet man im Blut den festen Anteil, die Blutzellen, vom flüssigen Anteil, dem Blutplasma.

Erythrozyten
Die Erythrozyten sind die Sauerstofflieferanten des Blutes: 5.000 Milliarden rote Blutkörperchen pro Liter Blut nehmen den lebenswichtigen Sauerstoff in der Lunge auf und transportieren ihn in alle Körperregionen und Organe. Dabei gibt ihnen der eisenhaltige Blutfarbstoff Hämoglobin die charakteristische rote Farbe. Rote Blutkörperchen haben eine Lebensdauer von 120 Tagen.

Leukozyten
Die Wächter unseres Immunsystems sind die Leukozyten: Vier bis zehn Milliarden Abwehrzellen pro Liter Blut patrouillieren durch unser Gefäßsystem auf der Suche nach Eindringlingen z. B. Bakterien und Viren. Sie erkennen körperfremde Zellen und Stoffe und greifen sie an. Andere bilden
Antikörper, die zur Zerstörung der Krankheitserreger beitragen. Insgesamt leben die Zellen der „Körperpolizei“ ca. zehn Tage.

Thrombozyten
Die kleinsten Blutzellen sind die Blutplättchen: 200 bis 400 Milliarden von ihnen befinden sich in einem Liter Blut. Sie spielen eine wichtige Rolle bei der Blutstillung. Sie verkleben mit den Wundrändern und bilden ein so genanntes „inneres Pflaster“. Sie leben acht bis zehn Tage.

Was ist Plasma?

Als Plasma bezeichnet man den flüssigen Anteil des Blutes, der ca. 55 % ausmacht. Plasma besteht zu ca. 90 % aus Wasser und ca. 7– 8 % aus Eiweißen (Proteine). Plasma ist verantwortlich für den gesamten Nährstofftransport von z. B. Salzen, Fetten, Spurenelementen und Vitaminen.
Insbesondere die Eiweiße übernehmen spezifische Funktionen im Körper:
Das häufigste Protein mit einem Anteil von 60 % (ca. 47 g/l) ist das in der Leber gebildete Albumin. Das Albumin erfüllt zwei wichtige Funktionen: Hauptaufgabe ist die Regulierung der Flüssigkeitsverteilung zwischen Blut und Körpergewebe. Ein Mangel an Albumin, z. B. nach großem Blutverlust, kann zur Einlagerung von Wasser ins Gewebe führen (Ödembildung). Darüber hinaus erfüllt es eine Transportfunktion: Viele im Blut gelöste Substanzen werden nur an Albumin gebunden zu ihrem Bestimmungsort geführt.
Eine weitere Gruppe von Plasmaproteinen sind die Antikörper (Immunglobuline), die gemeinsam mit den Leukozyten Krankheitserreger abwehren. Ein Antikörpermangel, z. B. aufgrund einer Störung der Immunglobulinbildung, kann zu häufigen und schweren Infektionen führen. Gerät das Abwehrsystem aus dem Gleichgewicht, kann es auch zu übertriebenen Reaktionen kommen, die sich gegen den eigenen Körper richten (Autoimmunerkrankungen), z. B. Allergien, Rheuma, Multiple Sklerose.
Ferner befindet sich im Blutplasma eine Gruppe von Eiweißen, die so genannten Gerinnungsfaktoren, die gemeinsam mit den Thrombozyten für die Blutgerinnung verantwortlich sind. Das Fehlen einzelner oder mehrerer Gerinnungsfaktoren kann zum Verbluten des Menschen führen.
Bei angeborenen Störungen der Bildung von Gerinnungsfaktoren [z. B. Hämophilie (Bluterkrankheit) A und B], aber auch bei komplexen, zumeist erworbenen Gerinnungsstörungen aufgrund von hohem Blutverlust oder einem erhöhten Verbrauch an Gerinnungsfaktoren bei schwer verletzten Patienten, ist die Zufuhr von Gerinnungsfaktoren lebensnotwendig, um Blutungen und deren Komplikationen zu verhüten oder zu behandeln.