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Bei wem muss eine Rhesus-Prophylaxe durchgeführt werden?

Bei Rhesus-negativen Frauen während jeder Schwangerschaft und immer nach der Geburt eines Rhesus-positiven Kindes.

Ist die Rhesus-Prophylaxe abhängig von der Blutgruppe des Mannes?

Nein. Jede Rhesus-negative Frau erhält in der 28.–30. Schwangerschaftswoche eine Rhesus-Prophylaxe. Dies ist in den Mutterschaftsrichtlinien geregelt. Nach der Geburt kann der Rhesusfaktor des Kindes leicht bestimmt werden. Nur wenn das Kind Rhesus-positiv ist, erhält die Mutter eine weitere Dosis eines Anti-D-Immunglobulins zur Fortführung der Rhesus-Prophylaxe.

Wann und wie oft wird eine Rhesus-Prophylaxe durchgeführt?

Bei Rhesus-negativen Frauen in der 28.–30. Schwangerschaftswoche und innerhalb von 72 Stunden nach Geburt eines Rhesus-positiven Kindes. Ferner bei allen Komplikationen oder Eingriffen während der Schwangerschaft, bei denen kindliches Blut in den Blutkreislauf der Mutter gelangen kann. 

Wie kann es zum Übertritt von Erythrozyten vom kindlichen auf den mütterlichen Kreislauf kommen?

Normalerweise ist die Plazenta nicht für rote Blutkörperchen durchlässig. Im Verlauf der Geburt, durch Komplikationen oder medizinische Eingriffe während der Schwangerschaft sowie bei einer Fehlgeburt oder bei einem Schwangerschaftsabbruch kann es vorkommen, dass kindliches Blut in den Kreislauf der Mutter gelangt. 

 

 

Was bedeutet Rhesus-Sensibilisierung?

Sobald die Mutter Abwehrstoffe (Antikörper) gegen den Rhesusfaktor bildet, entstehen gleichzeitig auch Gedächtniszellen. Auf diese Weise merkt sich das Immunsystem Strukturen, gegen die es schon einmal Antikörper gebildet hat. Diesen Vorgang nennt man Sensibilisierung. Ist die gemerkte Struktur der Rhesusfaktor, spricht man von der Rhesus-Sensibilisierung. Kommt eine Rhesus-sensibilisierte Mutter im Laufe ihres Lebens erneut mit dem Rhesusfaktor in Kontakt, sind die Gedächtniszellen in der Lage, in kurzer Zeit sehr viele Antikörper gegen den Rhesusfaktor zu bilden. 

 

 

 

Kann eine Rhesus-Sensibilisierung rückgängig gemacht werden?

 

Nein. Ist eine Mutter gegen den Rhesusfaktor sensibilisiert, gibt es keine Möglichkeit, dies rückgängig zu machen. Die Sensibilisierung besteht dann lebenslang. Jede Rhesus-negative Frau muss daher bereits in der ersten und jeder folgenden Schwangerschaft durch die Gabe eines Anti-D-Immunglobulins vor einer Sensibilisierung geschützt werden.

 

 

 

 

Welche Folgen hat eine Rhesus-Sensibilisierung?

Für die Mutter keine. Für das Kind in der ersten Schwangerschaft in der Regel ebenfalls keine. Gelangen bei einer folgenden Schwangerschaft Erythrozyten des Kindes in den Blutkreislauf der Mutter, reagiert diese sofort mit der Bildung von Antikörpern. Die gelangen in den kindlichen Kreislauf und zerstören dort die roten Blutkörperchen. Die Folgen für das Kind sind Blutarmut, Gelbsucht, Wassersucht oder sogar schwere Missbildungen bis hin zum Tod.

Was ist ein Anti-D-Immunglobulin

Der Rhesusfaktor wird auch als Faktor D und Antikörper als Immunglobuline bezeichnet. Daher werden Präparate zur Rhesus-Prophylaxe auch Anti-D-Immunglobuline genannt. Anti-D-Immunglobuline sind menschliche Antikörper gegen den Rhesusfaktor.

 

 

 

Was passiert, wenn ein Anti-D-Immunglobulin gespritzt wird?

Gelangen rote Blutkörperchen des Rhesus-positiven Kindes in den Blutkreislauf der Rhesus-negativen Mutter, binden die gespritzten Antikörper an den Rhesusfaktor. Der Rhesusfaktor wird dadurch verdeckt und das mütterliche Abwehrsystem erkennt die fremden Zellen nicht (Abbildung 5). Keine Abwehr bedeutet keine Bildung von Gedächtniszellen und somit auch keine Sensibilisierung. Die Antikörper selbst werden nach einer bestimmten Zeit oder, wenn sie ihre Aufgabe erfüllt haben, ganz normal vom Körper wieder abgebaut.

 

 

Was muss bei der Rhesus-Prophylaxe beachtet werden?

Die Rhesus-Prophylaxe ist in der Regel gut verträglich. Vorsicht ist bei einer Überempfindlichkeit gegen Bestandteile des Präparates, wie z. B. menschliches Eiweiß, geboten.