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Autoimmunerkrankungen

Was sind Autoimmunerkrankungen?

Das Immunsystem dient dazu, nicht körpereigene Stoffe (= Antigene) wie z.B. Bakterien oder Viren zu erkennen, unschädlich zu machen und zu beseitigen. Bei Autoimmunerkrankungen erkennt das Immunsystem irrtümlicherweise körpereigene Bestandteile als zu bekämpfende Fremdkörper. Durch diese Fehlregulation werden - wie bei einer regulären Immunantwort auch - Abwehrstoffe, sogenannte Antikörper, gebildet. Da sich diese aber gegen ‚eigene‘ (=auto) Strukturen richten, spricht man von Autoantikörpern. Die Ursache für diese Fehlfunktion des Immunsystems ist bislang unbekannt. Häufig wird das Auftreten einer Autoimmunerkrankung aber mit zuvor abgelaufenen bakteriellen oder viralen Infekten in Zusammenhang gebracht.

 

 

 

Was bewirken Autoantikörper?

Durch die Bindung von Autoantikörpern an  körpereigene Zellen oder Gewebestrukturen werden als Folge Entzündungsreaktionen ausgelöst bzw. betroffene Zellen oder Gewebe zerstört. Abhängig von der Zielstruktur zeigen sich ganz unterschiedliche Symptome. Angriffsort von Autoantikörpern können beispielsweise Nerven, Knorpel oder Blutzellen  sein.  Ein Beispiel für eine Autoimmunerkrankung ist die Immunthrombozytopenie (ITP), bei der die Blutplättchen (Thrombozyten) durch Autoantikörper vorzeitig zerstört werden. Dies führt  zu einer Verringerung der Anzahl der Blutplättchen und damit verbunden zu einer erhöhten Blutungsneigung.

Weitere Informationen zur ITP finden Sie unter: www.info-itp.de

 

 

Wie werden Autoimmunerkrankungen behandelt?

Ziel der Behandlung ist es, die Autoimmunreaktion zu beenden. Dies kann erreicht werden durch Verringerung der Entzündungsaktivität oder durch Unterdrückung der Neubildung und, im akuten Stadium, Eliminierung von Autoantikörpern.  Je nach Art und Schwere der Autoimmunerkrankung kommen  Substanzen zum Einsatz, die die Aktivität des Immunsystems eher moderat beeinflussen (Immunmodulatoren) oder unterdrücken (Immunsuppressiva).

Immunsuppressiva, z.B. Kortikosteroide wirken hemmend auf das gesamte Immunsystem, d.h. sie unterdrücken nicht nur die Autoimmunreaktion, sondern auch die normale Abwehrreaktion gegen eindringende Erreger. Bei einer Behandlung mit derartigen Substanzen muss daher immer von einer reduzierten Infektabwehr ausgegangen werden.

Zu den Immunmodulatoren gehören unter anderem auch Immunglobuline. Sie können das Immunsystem beeinflussen, ohne es vollständig zu hemmen. Die normale Infektabwehr wird nicht unterdrückt, sondern durch die zugeführten Antikörper zusätzlich unterstützt. Immunglobuline werden zur Immunmodulation bei der Immunthrombozytopenie (ITP), beim Guillain-Barré-Syndrom (GBS) und bei der Therapie des Kawasaki-Syndroms eingesetzt. In einigen Fällen sind auch Plasmapherese oder Immunadsorptionsverfahren erfolgreich, mit denen Autoantikörper aus dem Blut entfernt werden können.

 

 

 

Weitere Informationen finden Sie hier

www.info-itp.de