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Antikörpermangel

Das Immunsystem

Das Abwehrsystem (Immunsystem) des Menschen schützt den Körper auf vielfältige Weise vor Krankheitserregern wie Viren, Bakterien oder Pilzen. Die weißen Blutkörperchen (Leukozyten) sind für diese Abwehr zuständig. Einige können direkt Erreger erkennen und sofort unschädlich machen. Andere, die B-Lymphozyten (B-Zellen), sind in der Lage, Abwehrstoffe zu bilden, die man Antikörper oder Immunglobuline nennt. Antikörper binden an die Oberfläche von Krankheitserregern und leiten damit deren Zerstörung ein.

Die Bildung einer wirksamen Menge Immunglobulin dauert bei einer ersten Infektion mit einem Erreger einige Wochen. Damit bei einer nochmaligen Infektion mit dem gleichen Erreger nicht wieder so viel Zeit vergeht, bildet der Körper sogenannte Gedächtniszellen.  Mit ihrer Hilfe kann der Körper dann  in sehr kurzer Zeit eine große Menge Antikörper gegen den schon bekannten Erreger zu bilden. Die Infektion kann nun sehr schnell und wirkungsvoll bekämpft werden.

 

 

Was versteht man unter Abwehrschwäche?

Die Immunabwehr kann aus unterschiedlichen Gründen gestört sein. Es wird zwischen angeborenen (primären) Immundefekten und im Laufe des Lebens erworbenen (sekundären) Immundefekten unterschieden.
Bei den angeborenen Immundefekten sind inzwischen über 100 verschiedene Defekte bekannt. Darunter ist eine Gruppe von Erkrankungen, bei denen entweder keine, zu wenige oder nicht ausreichend funktionsfähige Antikörper gebildet werden.
Wenn ein Antikörpermangel  als Folge anderer Erkrankungen,  z.B. Krebserkrankungen wie Leukämien oder Plasmozytom, entsteht, spricht man von einem sekundären  Antikörpermangel. Ebenso können z.B. eine Chemo- oder Strahlentherapie oder die Behandlung mit bestimmten Medikamenten das Immunsystem in seiner Funktion stark beeinträchtigen und einen Antikörpermangel verursachen.

 

 

 

Wie äußert sich ein Antikörpermangel?

Ein Antikörpermangel macht sich in der Regel durch ein gehäuftes Auftreten von Infekten bemerkbar. Eine erhöhte Infektanfälligkeit lässt sich in vielen Fällen bereits im Kindesalter feststellen. In nicht wenigen Fällen treten die Symptome jedoch erst im Erwachsenenalter auf.  Die rechtzeitige Erkennung eines angeborenen Antikörpermangels ist wichtig, da eine frühe Therapie irreversible Langzeitschäden vermeiden kann.  
Experten haben eine Liste mit typischen Symptomen zusammengestellt, die auf einen angeborenen Immundefekt hinweisen können. Bei der Analyse der Krankengeschichte eines Patienten sollte  auf  diese Warnsignale  geachtet werden.  Treffen ein oder mehrere Symptome auf einen Patienten zu, könnte es sich um einen angeborenen Immundefekt handeln.
Hier finden Sie eine Übersicht zu den

 


Ein erster Verdacht auf das Vorliegen eines Antikörpermangels lässt sich durch einfache und kostengünstige Tests wie die Bestimmung des Immunglobulin-G-Gehalts im Blut (IgG) und ein Blutbild erhärten.

 

 

 

Wie können Antikörpermangel-Krankheiten behandelt werden?

Ziel der Therapie ist es, einen wirksamen Schutz vor Infekten wieder herzustellen. Bei einem angeborenen oder erworbenen Antikörpermangel werden die fehlenden Antikörper von außen zugeführt. Für die Immunglobulintherapie gibt es zwei Möglichkeiten: entweder werden sie direkt in eine Vene (intravenös) oder unter die Haut (subkutan) gespritzt. Die Höhe der Dosis richtet sich nach der Anzahl und Schwere der auftretenden Infektionen und dem Antikörperspiegel im Blut.

Die intravenöse Gabe erfolgt in der Regel alle 3-4 Wochen in der Arztpraxis oder in der Klinik. Bei der subkutanen Therapie werden die Antikörper mit Hilfe einer Infusionspumpe unter die Haut gespritzt. Diese Therapie ist vom Patienten leicht erlernbar und kann nach Einweisung durch den behandelnden Arzt zu Hause selbst durchgeführt werden. Da auf diesem Weg nur kleinere Mengen pro Infusion gegeben werden können, sind die Therapieintervalle - in der Regel einmal in der Woche - kürzer als bei der intravenösen Therapie.


 

Weitere Informationen finden Sie hier

www.immundefekte.info